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Ausstellung 19.9. - 17.10.2008

Andrea Neumann

flüchtig | éphémère

Malerei

Vernissage Freitag, 19.9.2008 ab 19.00 Uhr
Einführung Ernest W. Uthemann

Abbildung: Zwischenspiel, Eitempera auf Baumwolle, 140 x 220 cm, 2008

Andrea Neumanns Malerei individuiert zwar ihre Figuren, individualisiert sie aber nicht. Gewöhnlich mit Eitempera auf große, helle Flächen ungrundierter Baumwolle gesetzt, gewähren die dargestellten Personen dem Betrachter keinen Blick auf ihre je eigene Physiognomie. Der summarische, oft kürzelhafte malerische Vortrag der Gemälde, die in breiten Bahnen gesetzten Farben modellieren die Figuren häufig nur teilweise aus dem Malgrund, halten andere Partien gar gelegentlich in diesem fest. Diffuse Farbzonen begrenzen zuweilen die ausgesparten Zonen, sodass Figur und Grund nach Art eines Vexierbildes gewissermaßen den Platz zu tauschen scheinen. Die „schlierigen“, manchmal eher wie „ausgegossen“ als wie gemalt, im Vergleich mit anderen, starkfarbigen Details wie „farblos“ wirkenden Felder – mal als Schatten, mal als Horizonte, auch wohl zuweilen als Standflächen lesbar – sind Abbreviaturen eines umgebenden Raums, der allerdings in vielen Fällen ausschließlich auf die Figur bezogen bleibt und so eher wie das Fragment einer Aura wirkt, selten Tiefe illusioniert. Eher noch findet man Auf- oder Untersichten, welche die Figuren in einem hinzuzudenkenden Raum positionieren.
Andrea Neumanns Figuren sind flüchtige Erscheinungen, zeigen so trotz ihrer mit großer kompositioneller Sicherheit gewählten Position in der Bildfläche, trotz ihrer oft markanten Farbigkeit, trotz ihrer prägnanten Modellierung, das Vergängliche, Transitorische jeder Existenz. (Ernest W. Uthemann)