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Kontakt/Impressum

 

 

 

Sven Erik Klein

Biografie     Werkbeschreibung

 

Sven Erik Klein - Biografie

1974 bei Ulm geboren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

95/96

Gaststudium bei Nan Hover in der Klasse für Videokunst an der Kunstakademie Düsseldorf

95/96

Produktionsfotograf am Ulmer Theater

seit Herbst 96

Studium der Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe bei Marie-Jo Lafontaine und Günther Förg

1998-2006

Studium bei Ulay, Candida Höfer und Lois Renner /Medienkunst

seit Mitte 2002

Atelier in Saarbrücken

2002
2003
2004
2005


2009

Förderpreis „Junge Ulmer Künstler“
Dokumentation Museumsuferfest Frankfurt:“Schiff der Ideen“(Atelier Markgraph)
Architekturphotographie für den Fonds Belval/Luxemburg
Dokumentation der ehemaligen Hochofenanlage in Esch sur Alzette/
Luxemburg
Jahresgabe Ulmer Kunstverein 2005
Monika-von-Boch-Preis für Photographie, Museum Schloss Fellenberg Merzig

Ausstellungen

1996

Rundgangaustellung Kunstakademie Düsseldorf(G)

1998

„The show goes on“, HfG Karlsruhe (G)

1998

„Quick time“, Kunstbunker Tumulka, München (G) (Kat.)

2000

Rundgangausstellung HfG Karlsruhe (G)

2001

Eröffnungsausstellung der HfG Karlsruhe (G)

2002

2003

2004


2005




2006








2007


2008



2009


2010

2011

2012



Sven Erik Klein - Museum für Bildende Kunst Neu-Ulm (E);

„Kolonien des Menschen“-Stadthauscafé Ulm (E)

Triennale Ulmer Kunst-Ulmer Museum (G); Ankauf
„Blow up“ – Zeitgenössische Fotografie

Ulmer Museum (G)
„Tafelbilder“, Galerie Axel Holm, Ulm (E)
Art Karlsruhe (Galerie Axel Holm)
„Unter Verdacht -zeitgenössische deutsche Fotografie“, Dialekt-Projekt-u. Ausstellungsraum, Stuttgart (G)

„Entdeckungen“
Positionen zeitgenössischer Landschaftsfotografie, Fotosommer Stuttgart (G) (Kat.)
„...a point of view“, Galerie Steinle, München (E) / Open Art München
Art Karlsruhe (Galerie Steinle)
„Last and Lost“, Literaturhaus München (G)(Kat.)
Goethe Institut in Nancy, (E)(Kat.)
„Last and Lost“, Städtische Galerie Neunkirchen
Tafelbilder, K4 galerie Saarbrücken (E)

Triennale Ulmer Kunst, (G)(Kat.)
Friedrich-Ebert-Stiftung Brüssel (E)

GAM-Galerie Obrist Essen (G)
Stadthaus Ulm (G)
Ulmer Kunststiftung Pro Arte (G)

Kunststiftung pro arte Biberach (G)
Stadthaus Ulm (E)

Saarländische Galerie im Palais am Festungsgraben, Berlin (E)

Museum Schloss Fellenberg, Merzig (E)

K4 galerie, Saarbrücken (E)
HBK Saar, Saarbrücken (E)

 

Sven Erik Klein - Werkbeschreibung

Interior spaces

Sven Erik Klein interessiert sich für Räume, die eine teils barocke, teils karge Ausstrahlung haben. Die Orte, die er dabei findet, wirken zunächst oft merkwürdig, rätselhaft, surreal – mit einem unsichtbaren, aber deutlich spürbaren Nachhall des Menschen. Sven Erik Klein arbeitet mit einer Plattenkamera, wodurch die Arbeiten im großen Format mit Abbildungsschärfe und intensiver Farbigkeit raumgreifende und beinahe hyperrealistische Wirkung entfalten.


Abbildung: Die grüne Fabrik, 2009, C-print hinter Acrylglas, 180x230 cm

Luxuskadaver

Dr. Martin Mäntele, Kunsthistoriker

Die bevorzugte Pose der Modelle des Fotografen ist Rigor mortis. Ihr Casting ist nicht aufwendig, sie finden sich überall: Motten, Schmetterlinge, Grashüpfer, Bienen und Wespen. Fundsachen, aufgelesen in den Ecken des Studios, von einer Ablage im Auto, besonnten Fensterbänken.

Sorgfältig arrangiert der Fotograf die Kadaver. Vorsichtig gilt es die zerbrechlichen Hüllen zu bewegen. Das Prekäre der Anordnung steht im Gegensatz zu den schreckerregenden Mustern eines Schmetterlingsflügels oder dem grellen Kontrast eines Wespenkörpers. Doch hilft keine Tarnung mehr.

Der Bildhintergrund täuscht einen kulinarischen Anlass vor, der nur Frösche oder Vampire locken mag. Die tarnenden Manöver toter Tierflügel täuschen den Betrachter und sein lüsternes Auge ebenso wie die glatte Schönheit der farbsatten Hintergründe. Sven Erik Klein ordnet die zerbrechlichen Hüllen so an, als ob er sie für ein Feinschmeckermagazin ablichten wollte. Und treibt so das Spiel mit dem Ekel auf neue Spitzen. Die Ästhetik der Werbefotografie ist unverkennbar und dient unverhohlen zur Attraktion des Betrachterauges. „Was gibt es hier Leckeres?“ mag dieses fragen.

Das Tafelbild von 2003 mit rot-blauem Hintergrund lässt an Werbefotografie für Automobile denken, das Tafelbild von 2004, mit seinen nur von weißen Akzenten aufgehellten Schwarz-Rot-Tönen, weckt Erinnerungen an die Auslage eines Juweliers. Die Irritation durch die fotografische Präzision geht einher mit der vermeintlichen Harmlosigkeit des Serientitels „Tafelbilder“. Meint der Begriff eigentlich auf Holztafeln gemalte Bilder, liegt die Suggestion der damit verbundenen Wertigkeit und die Anmutung von Altmeisterlichkeit, durchaus im Kalkül von Sven Erik Klein. Er scheint den Weg zu gehen, den die Stilllebenmaler des Goldenen Zeitalters in den Niederlanden in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit Spezialisierungen auf Frühstücks-, Fisch-, Obst- oder Blumenstillleben voranschritten. Für die Serie „Tafelbilder“ wird er zum Fotografen der luxuriösen Kadaver. Es wäre zuviel der Parallelisierung, wollte man bei Sven Erik Klein eine Sinnebene entsprechend den moralisierenden Deutungen der Stillleben des 17. Jahrhunderts erkennen. Ist es nicht eher ein ironisches Spiel, ein Kokettieren mit dem Ekel, eine wohldosiertes Gruseln? Die Darstellungstradition verschiebt sich. Wurde das Eklige einmal dargestellt, so doch mit bildpädagogischen Absichten, wie etwa das Höllenfeuer mit all seinen Zumutungen. Doch nun ist das Geschmeiß nicht nur abgebildet, sondern durch die Art der Darstellung geadelt: vom Geschmeiß zum Geschmeide.

Es liegt nahe, die Formel des „delightful horror“ zur Erklärung der „Tafelbilder“ und ihrer Wirkung zu bemühen. Der englische Philosoph Edmund Burke (1729–1797) veröffentlicht 1757 seinen Essay A philosophical enquiry into the origin of our ideas of the sublime and beautiful (Philosophische Untersuchung über den Ursprung unserer Ideen vom Erhabenen und Schönen.) Er unterscheidet darin deutlich das Sublime vom Schönen, denn für ihn schließt das eine das andere aus. Diesem schönen Schrecken mag der Betrachter angesichts der Fotografien von Sven Erik Klein gerne erliegen. Doch ist das eine vordergründige Ebene dieses Täuschungsmanövers.

Sven Erik Klein bewegt sich an einer feinen Grenze, deren genauen Verlauf er nicht nur in der Serie „Tafelbilder“ erkundet. Auch die Serien mit Motiven von Bunker- oder Industrieanlagen dienen dieser Befragung. Die Fotografien vermessen die Grenzen der Natur unter den Bedingungen der Künstlichkeit und umgekehrt die Grenzen der Kunst angesichts der Natur. Die luxuriöse Darbietung der Kadaver will nicht nur einen wohligen Schauer erregen. Sie fragt vielmehr: Wo hört die Natur auf, wo beginnt die Kunst? Bleibt ein inszeniertes Spinnenbein noch ein „natürliches“ Körperteil eines biologisch genau beschreibbaren Tieres? Oder mutiert es durch den Akt der Inszenierung zu einem „künstlichen“ Element, erwählt von einem Schöpfer-Künstler? Zugleich zeichnet sich eine andere Grenze in aller Deutlichkeit ab. Wir Menschen werden immer nur unsere eigene Sicht darstellen und wahrnehmen können. Die Sicht der Natur bleibt uns verborgen. Für die Natur ist die Spinne eine Spinne, während sie für uns eine eklige, eine haarige, eine tote Spinne ist.

 

I 1, 2001, 120 x 160 cm, C-print / diasec I 3, 2001, 120 x 160 cm, C-print / diasec I 4, 2001, 120 x 160 cm, C-print / diasec

I 6, 2004, 120 x 160 cm, C-print / diasec I 9, 2004, 120 x 160 cm, C-print / diasec I 8, 2004, 120 x 160 cm, C-print / diasec